Virale Hoaxes aufdecken

Photoshop-Fakes? Adobe trainiert eine KI im Kampf gegen Bildmontagen

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von Dennie Beneke (@debeneke)-

Adobe arbeitet nicht nur an neuen, stärkeren Funktionen, um die Bildbearbeitung mit Photoshop zu verbessern. Das Software-Unternehmen tüftelt in Zusammenarbeit mit der University of Maryland ebenso an Werkzeugen, um Bildmanipulationen unter Einsatz künstlicher Intelligenz zu entlarven. So möchte es im Kampf gegen Fotomontagen und 'Deep Fakes' zukünftig seinen Beitrag leisten.

Das mit der Wahrheit ist immer so eine Sache. Es gibt nicht selten mehr als die eine - je nachdem, wie der Blickwinkel ist, ändert sich zum Teil auch die Sachlage. Bei Fakten ist das etwas anders, denn die Erde bleibt rund - egal, auf welcher Anhöhe man steht oder wie tief man buddelt. Ob ein Bild nun einen Fakt widerspiegelt oder nur eine einseitige Perspektive, ist nun auch ohne das nötige Expertenwissen schon schwer genug zu bestimmen. Doch in Zeiten, in denen es digitale Bildmanipulation im Zusammenspiel mit künstlicher Intelligenz bereits gelingt, Politikern falsche Worte in Mund und auf die Lippen zu legen, wächst die Sorge vor Fake-News mehr und mehr.

Nicht selten kommen dafür Tools wie Adobe Photoshop zum Einsatz. Ein extrem leistungsstarkes Werkzeug, mit dem sich komplexe Bildbearbeitung umsetzen lässt – aber eben auch Fotomontagen und Bildmanipulationen.

Nun liefert Adobe zwar die Software, ist generell aber nicht für dessen Anwendung verantwortlich. Dennoch investiert das Software-Unternehmen nicht nur Energie in die Entwicklung neuer, stärkerer Funktionen, sondern leitet ebenfalls Gegenmaßnahmen zum Schutz vor missbräuchlicher Verwendung ein. Dabei helfen soll eine KI, von der sich die Verantwortlichen versprechen, schnell und leistungsstark gefälschte Fotos zu erkennen.

KI nutzt Indikatoren, um Artefakte zu erkennen

Der Hersteller des Bildbearbeiters greift für diesen Zweck auf maschinelles Lernen zurück und trainiert die KI in Zusammenarbeit mit der University of Maryland anhand tausender Bilder. Diese soll dann herausfinden können, ob Fotos mit Photoshop manipuliert wurden, oder eben nicht. Fake oder nicht Fake – das ist hier die Frage.

Neben eindeutigen Metadaten greift das Team auf nachweisbare Indikatoren zurück, die ein Bild entlarven, um die Bildstellen dann sichtbar hervorzuheben. Im Detail achtet die KI dabei vor allem auf die Funktionen 'klonen', 'splicen' und 'Entfernung' - also kopierte, verschobene, zusammengefügte und fehlerhafte Bildstellen im Pixelbereich, die sich unter anderem durch unstimmige Licht- oder Kantenübergänge identifizieren lassen.

Im veröffentlichten Research Paper geht das Team im Detail auf die Indikatoren ein und beschreibt einige Techniken, mit denen sie die KI auf die Suche nach sogenannten Artefakten schickt – also ungewollten Unterschieden in den Bilddetails, die durch Veränderung entstehen können.

Und obwohl die Verantwortlichen gegenüber 'Engadget' "die Wette eingehen würden", dass die KI zukünftig innerhalb von Sekunden Manipulationen aufdecken könne, seien die Techniken noch nicht final ausgereift und deren Entwicklung noch am Anfang.

Bis wir also ein mächtiges Werkzeug für die Bekämpfung von manipuliertem Bildmaterial haben, könnte es also noch etwas dauern. Und trotz der Aussicht auf solche Tools wird es wohl auch weiterhin ratsam bleiben, nicht jedem Bild und jeder vermeintlichen Information blindlings zu vertrauen und Quellen zu checken.

Quelle: engadget.com

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