Lernfähiger Roboter

Prozesskosten sparen – Künstliche Intelligenz leistet Rechtsberatung

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von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

In 2016 sprießen die KI-Projekte wie Pilze aus dem Boden. Mit "Ross" existiert nun auch der erste Roboter-Anwalt – eine künstliche Intelligenz, die unter anderem erschaffen wurde, um Fälle des Insolvenzrechts in den USA abzuwickeln.

Die weltweit tätige Anwaltskanzlei Baker & Hostetler hat als erstes Unternehmen überhaupt eine KI als juristischen Angestellten. Vorteilhaft ist die lernfähige Software vor allem, weil sie weder Gehalt benötigt, noch krank wird oder streikt. Zunächst soll ROSS Insolvenz-Fälle bearbeiten. Dass dieser Rechtsbereich als erster ausgewählt wurde, hat einen offensichtlichen Grund: Die Klienten können sich teure Anwaltshonorare nicht leisten.

Roboterhand

Ross übernimmt Recherchen, die einen "echten" Anwalt viele Stunden kosten würde.  

Quelle: (alphaspirit)  Shutterstock.com 

Roboterhand

Ross übernimmt Recherchen, die einen "echten" Anwalt viele Stunden kosten würde.  

Quelle: (alphaspirit)  Shutterstock.com 

Im Inneren steckt IBM

ROSS beruht auf der IBM Watson Technologie, die zum Teil der "Cognitive Business" Branche gezählt werden kann. Viele weitere Beispiele demonstrieren, wie ausgereift die IBM-Software bereits ist: Neben einem autonom agierenden, virtuellen Anwalt, entwickelte IBM unter anderem für die Stadt Peking eine entsprechende Technologie, die die Quellen von Luftverschmutzung verorten kann, indem sie Echtzeitdaten von Wettersatelliten, Verkehrskameras sowie Umweltmessstationen analysiert.

With ROSS, the associates at our firm can do on-point research much faster and then quickly drill-down on the main issues that help support the best possible outcome for our clients

Der Roboteranwalt ist in der lange, Gesetzestexte zu lesen und zu verstehen und kann die Fragen von Klienten (in Englisch) bearbeiten. Dabei schickt ROSS auch gleich passende Gerichtsurteile von ähnlichen Fällen, Referenzen und Zitate mit. Durch das automatisierte Vorgehen kann die KI wesentlich mehr Aufträge pro Tag erledigen, als Kollegen aus Fleisch und Blut dazu in der Lage wären.

Geringer Rechercheaufwand soll Anwälte entlasten

Auf der einen Seite trägt das System dazu bei, dass auch Personen, deren finanzielle Mittel nicht für viele Anwaltsstunden ausreichen, eine Anlaufstelle für Rechtsberatungen haben. Auf der Seite rossintelligence.com wirbt der Hersteller auf der anderen Seite aber auch mit den Worten "Jede Minute, die sie mit rechtlichen Recherchen verbringen, ist Zeit, die sie nicht in Rechnung stellen können." Damit sollen Kanzleien dazu animiert werden, das System zu mieten.

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