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Ran an die Xbox, Matrose! US-Marine steigt auf Gamepad um

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Foto von Benjamin Krämer

von Benjamin Krämer -

Bei der US-Marine wurde erstmals erprobt, ob ein Xbox-Controller neuartige Steuereinheiten für die Sensorsysteme eines U-Boots ersetzen kann. Nun wurde das erste Unterwasserfahrzeug mit Gamepad aus dem Hafen gelassen, da sich die Matrosen damit deutlich leichter taten, als mit den Lösungen des Herstellers. Klingt kurios, spart der Navy aber 38.000 harte Dollar.

Wäre der erste April nicht noch mehr als eine Woche hin, hätte man es für einen sehr leicht zu durchschauenden Aprilscherz halten können: Die US-Navy hat auf einem ihrer neuen Jagd-U-Boote, der USS Colorado, probeweise einen Xbox-Controller installiert, um damit die Sensorsysteme zu steuern. Bei den Sensoren handelt es sich um hochauflösende Kamerasysteme, sogenannte 'photonic masts', die ähnlich wie altmodischere Periskope funktionieren. Hergestellt werden diese vom Waffen-Gigant Lockheed Martin. Die Steuereinheit für das System, das die Matrosen unter Deck mit gestochenen Bildern auf ihren Bildschirmen versorgt, lässt sich das Unternehmen fürstlich bezahlen: Mit stolzen 38.000 Dollar schlägt es im Budget ein wie eine Cruise Missile. Kein Wunder also, dass die Navy erst einmal geschaut hat, wie die Matrosen zurechtkommen, wenn sie ein Gamepad nutzen, das sie bereits aus ihrer Freizeit kennen.

Controller machen sich bezahlt: finanziell und praktisch

In ersten Test-Simulationen schlugen sich jene Seeleute, die den Controller von Microsofts Xbox nutzten, deutlich besser als die, die das Originalsystem von Lockheed Martin zwischen den Fingern hatten. Ob das daran liegt, dass es sich bei der Xbox um eine beliebte Konsole handelt, die auch von Soldaten in der Freizeit zum Zocken genutzt wird, ist unklar. Klar ist aber, dass sich diese Controller-Lösung auch in Zukunft bei der Navy durchsetzen wird, um Kosten einzusparen. Spannend ist im Übrigen die Tatsache, dass sich ein komplexes High-Tech-System wie der photonic mast überhaupt mit einer so simplen Lösung wie einem 30-Dollar-Gamepad steuern lässt. Offenbar hat Microsoft mehr Wert auf Kompatibilität in alle Richtungen gelegt, als uns bisher bewusst war ... Interessanterweise wird übrigens der alte Xbox 360-Controller benutzt, weil er besonders zuverlässig sei.

Angekündigt wurde der mögliche Umstieg übrigens erst vor einem halben Jahr. Damals hatte nur noch niemand wirklich damit gerechnet:

Quelle: engadget.com

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