Bixby als Herzstück eines neuen Ökosystems

Samsungs Bixby könnte Siri und Google Assistant das Wasser reichen

Geschätzte Lesezeit: ca. 3 Minuten

Foto von Sandra Spönemann

von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Nach dem Skandal um explodierende Smartphone-Akkus, könnte Samsung mit "Bixby" das angekratzte Image wieder aufpolieren. Im Gegensatz zur Konkurrenz, soll die Sprachsteuerung dazu in der Lage sein, auch innerhalb von Apps alle Funktionen zu steuern.

"Bixby wird ein neues, intelligentes Interface auf unseren Geräten sein. Fundamental anders als andere Sprachassistenten (…) auf dem Markt (…)", meint InJong Rhee, Chef des Forschungs- und Entwicklungsbereichs bei Samsung. Eine Kampfansage, die das südkoreanische Unternehmen durch drei Dinge erreichen möchte:

1. Umfangreiche Menüsteuerung

Bixby will be able to support almost every task that the application is capable of performing

Bixby-kompatible Apps sollen sich fast bis ins Detail von der KI steuern lassen. Das schließt das Ausführen verschiedener Tasks in der geöffneten Applikation mit ein. Wenn Samsung in diesem Punkt sein Versprechen hält, kann Bixby tatsächlich mehr als die Konkurrenz, denn Siri und Co. sind in der Regel nur in der Lage eine App zu öffnen, zu schließen und wichtige Grundfunktionen auszuführen. Dass sich Drittanbieter-Apps überhaupt von Siri steuern lassen, ist noch nicht allzu lange der Fall: Erst mit iOS 10 verpasste Apple den eigenen Geräten ein Update, dass "fremden" Entwicklern den Zugriff auf Siri gewährte (laut einer App Store Analyse ist iOS 10 bereits auf 79 % aller Geräte installiert).

2. Bixby versteht, was ihr in einer App gerade macht

Damit die Spracheingabe komfortabel bleibt, soll Bixby in der Lage sein zu erkennen, welche Funktionen ihr gerade nutzt. Nehmen wir das Beispiel Hörbücher: Wenn in einer App ein Hörbuch abgespielt wird und ihr zu einem bestimmten Kapitel wechseln möchtet, wäre es beispielsweise einfacher "Wechsel zu Kapitel zwei" oder "Spiel Kapitel zwei ab" zu sagen, als Bixby erklären zu müssen, auf welches Hörbuch ihr euch bezieht.

Das gleiche Prinzip lässt sich auf die verschiedenen Modi einer Applikation übertragen. So könnte Bixby bei einer Bildbearbeitungs-App erkennen, ob ihr dabei seid ein Foto zu schießen oder die Aufnahme bereits vorhanden ist und ihr diese nachbearbeiten möchtet. Laut Samsung diktieren die meisten existierenden Sprachassistenten die Modalitäten der Interaktion und seien nicht in der Lage den Status der aktuellen App-Nutzung zu erkennen, sodass Spracheingaben zur Steuerung komplett von vorn beginnen müssen, statt die bereits durchgeführten Interaktionen miteinzubeziehen.

3. Mehr Toleranz für Sprachbefehle

Wer Amazon Echo schon einmal ausprobiert hat, wird feststellen, dass die künstliche Intelligenz Alexa zwar Variationen von Sprachbefehlen versteht. Es gibt dennoch ein paar grundsätzliche Regeln, damit der smarte Lautsprecher umsetzt, was ihr von ihm verlangt. So muss man zum Abfragen eines Skills (so heißen Die Alexa-Services von Drittanbietern) häufig die Formel "Alexa, frag xy nach (...)" benutzen.

As the Bixby ecosystem grows, we believe Bixby will evolve from a smartphone interface to an interface for your life.

Bixby soll dagegen über mehr kognitive Toleranz verfügen - euch also auch dann verstehen, wenn ein Sprachbefehl nicht vollständig oder anders formuliert ist. "Das macht das Interface natürlicher und leichter zu benutzen". Sich in einer "natürlichen" Art und Weise mit einer neuartigen Schnittstelle zum Mobilgerät vertraut zu machen, sieht Rhee als Schlüssel zum Erfolg. Denn: Erfordert es zuviel Übung ein neues System zu nutzen, falle der User schnell in alte Gewohnheiten zurück und nutze lieber das Touch-Interface.

Bixby-kompatible Apps auf dem Galaxy S8

Ende März launcht Samsung das Galaxy S8, auf dem sich bereits im limitierten Umfang Anwendungen befinden sollen, die mit Bixby steuerbar sind. Man ist in Planungen, die künstliche Intelligenz nach und nach in alle Samsung-Services zu integrieren. Ähnlich wie beim Launch von Amazons Echo wird auch Samsung ein Kit für Entwickler bereitstellen, damit diese in der Lage sind ihre Apps Bixby-kompatibel zu programmieren.

Über die Steuerung des Smartphones hinaus soll Bixby das Herzstück eines ganzen Ökosystems bilden. Ebenso wie Google Home und Alexa wird die künstliche Intelligenz von Samsung ebenfalls in der Lage sein, Smart Home Devices oder TV-Geräte zu bedienen.

Hier erfährst du mehr über: Alexa und Google

Sag uns deine Meinung!