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Wachsender Trend unter jungen Menschen?

Sleep Texting auf dem Vormasch: Im Halbschlaf getextet, morgens vergessen

Geschätzte Lesezeit: ca. 2 Minuten

Foto von Michael Springer

von Michael Springer -

Das Smartphone scheint an vielen Menschen festgewachsen. An Smombies, die von ihrem Handy angezogen werden wie die Motten vom Licht, haben wir uns schon gewöhnt. Nun geht der Smartphone-Wahn offenbar in die nächste Runde: 'Sleep Texting' heißt das neue Phänomen, das jeden vierten jungen Menschen betreffen soll.

Ergebnisse einer Studie zum Thema Sleep Texting/Schlaftexten

"Hast du jemals im Schlaf getextet?"  

Quelle:  Interrupted sleep: College students sleeping with Technology 

Ergebnisse einer Studie zum Thema Sleep Texting/Schlaftexten

"Hast du jemals im Schlaf getextet?"  

Quelle:  Interrupted sleep: College students sleeping with Technology 

Bei den meisten Menschen passiert im Schlaf wenig Überraschendes. Sie liegen einfach da und… schlafen. Allerdings ist das nicht bei allen so: Einige wandeln im Schlaf umher, andere reden wirres Zeug. Diese nächtliche Aktivität vollzieht sich ohne waches Bewusstsein - die Menschen erinnern sich im Regelfall nicht daran, was sie im Schlaf gesagt oder getan haben. Weil das Smartphone vor allem bei jungen Leuten auch nachts in Griffreichweite oder sogar im Bett liegt, schreiben sie nun in diesem Zustand Nachrichten.

Das sogenannte 'Sleep Texting' soll unter jungen Menschen um sich greifen: In einer Studie der US-amerikanischen Villanova Universität gaben 25 Prozent der befragten Studenten an, schon einmal im Schlaf getextet zu haben. 72 Prozent der Nachtschreiber konnten sich anschließend erst dann wieder an ihre Nachrichten erinnern, als sie diese einige Zeit später im Chatverlauf entdeckten. Sinn ergaben die Texte nur selten - meist handelte es sich um zusammenhangsloses Kauderwelsch, LOLs und HAHAs.

"Ich muss mein Telefon bei mir haben"

Doppelt so häufig wie Männer gaben Frauen an, schon einmal "geschlaftextet" zu haben. Wer im Schlaf schrieb, klagte außerdem häufiger über unruhigen oder unterbrochenen Schlaf. Die Ergebnisse der Studie sollten allerdings nicht überbewertet werden, denn sie stützt sich auf lediglich 372 Befragungen. Dass intensive Smartphone-Nutzung, insbesondere vor dem Einschlafen, Schlafrhythmus und -qualität negativ beeinflussen kann, ist hingegen wieder und wieder festgestellt worden.

Nachts trägt sie deshalb Fausthandschuhe

Bemerkenswert ist, wie einige Studenten mit diesem Phänomen umgingen. Das Smartphone nicht mit ins Bett zu nehmen, sei für eine Befragte keine Option: "Ich muss mein Telefon bei mir haben." Um das Schlaftexten zu vermeiden, trage sie nachts Fausthandschuhe. Generell sei die Mehrheit nicht bereit, das Handy in einiger Entfernung zum Bett abzulegen oder gar auszuschalten. Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass "Schlaftexten und sein Einfluss auf schlechte Schlafgewohnheiten ein wachsender Trend unter [US-amerikanischen] Studenten" sei.

Ist dieser Trend auch schon bei uns angekommen – was sagt ihr?

Quelle: Interrupted sleep: College students sleeping with technology

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