Neueste Version nicht im App Store verfügbar

Spotify gegen Apple: Eskalation im Download-Streit?

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Horacio Gutierrez, Anwalt des Streaming-Dienstleisters Spotify, erhebt schwere wettbewerbsrechtliche Vorwürfe gegen Apple wegen der Nichtzulassung der neuesten Version der Musik-App im App Store. Es ist der bisherige Höhepunkt der größtenteils öffentlich ausgetragenen Zankerei der beiden Unternehmen, die auf dem Streaming-Markt um die Gunst der Nutzer konkurrieren.

Die nächste Runde der Schlammschlacht zwischen Apple und dem Streaming-Dienstleister Spotify ist eingeläutet. Wie die US-Nachrichten-Seite recode berichtet, habe der Spotify-Anwalt Horacio Gutierrez sich in einem Brief an Apples Top-Anwalt Bruce Sewell gewandt. In diesem heißt es, Apple "verursache schwerwiegenden Schaden an Spotify und seinen Kunden."

Apple verlangt 30 % der Umsätze

Der Hintergrund: Apple hat sich offenbar auf Berufung der Geschäftsmodellregeln geweigert, das neueste Update der Musik-Streaming-App in den Shop aufzunehmen. In diesen Regelungen ist festgelegt, dass Dienste wie Spotify die firmeneigene Bezahlschnittstelle nutzen müssen, wenn Nutzer sich innerhalb der App für den Abschluss eines kostenpflichtigen Abos entscheiden - im Falle Spotifys wäre das ein Upgrade auf die Premium-Variante. In der neuesten Spotify-Version aber, sei eine solche Funktion überhaupt nicht mehr vorgesehen.

"We cannot stand by as Apple uses the App Store approval process as a weapon to harm competitors."

Horacio Gutierrez, Spotify

Die Krux an Apples Bezahlschnittstelle ist, dass das Unternehmen an jeder Transaktion mitverdient. Und zwar ordentlich: 30 Prozent des Umsatzes gehen direkt in die Taschen des kalifornischen Konzerns. Viele App-Entwickler haben diesen Umstand inzwischen zähneknirschend akzeptiert. Der Streaming-Dienstleister jedoch offenbar nicht: Die wenig elegante Lösung von Spotify sah zunächst einen um 3 Euro höheren Preis exklusiv für App-Store-Kunden vor - flankiert von einer Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie man aus dem über iTunes abgeschlossenen Vertrag möglichst schnell wieder rauskommt.

Ausgang des Streits noch ungewiss

Zuvor hatte es ferner einen Streit wegen einer Kampagne gegeben, im Zuge derer Spotify innerhalb der App für einen Vertragsabschluss auf der Website warb. Diesen Disput verlor der Streaming-Dienst, der Hinweis musste entfernt werden. Das Verhältnis der beiden Unternehmen, die mit Blick auf Apple Music auch auf dem Streaming-Markt konkurrieren, ist also ein durchaus angespanntes. Der Versuch, eine Spotify-Version gänzlich ohne Zahlungsfunktion in Apples eigenem Shop zu platzieren, könnte Apple als gezielte Provokation gewertet haben.

Wie der Streit weitergeht, und ob auch App-Store-Nutzer in absehbarer Zeit in den Genuss der aktualisierten Spotify-Version kommen, ist bis dato ungewiss. Stellungnahmen beider Unternehmen zu dem Vorfall stehen zum jetzigen Zeitpunkt noch aus.

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