"Du kommst hier nicht rein"

Taylor Swift greift durch - mit Gesichtserkennung gegen Stalker

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Foto von Michael Springer

von Michael Springer -

Gesichtserkennung ist nur ein Wort. Doch was es in der Praxis bedeutet, sollen nun Stalker der Sängerin Taylor Swift bei einem ihrer Konzerte erfahren haben. Um die Gesichter der Besucher zu scannen, setzte die Sicherheitsfirma dabei auf einen cleveren Trick.

Pop-Sängerin Taylor Swift gehört mittlerweile zu den erfolgreichsten Künstlern aller Zeiten. Ihre Songs sind Dauerbrenner in den Charts, ihre Konzerte füllen die Hallen. Doch ein Auftritt im weltberühmten Rose-Bowl-Stadion von Pasadena, Kalifornien (in der Nähe von Los Angeles), wo nur die ganz Großen spielen, ist auch für den Superstar etwas Besonderes. Für ihre Anhänger sowieso - Tausende besuchten das Konzert. Was die Fans nicht wussten: Noch vor dem Einlass wurden sie heimlich fotografiert. Unerwünschte Stalker - also Menschen, die Taylor Swift nachstellen, sie verfolgen - sollten so frühzeitig aussortiert werden.

Eine Kontrolle, die niemand bemerkte

Das zumindest gibt die zuständige Sicherheitsfirma 'Oak View Group' zu Protokoll. Die Gesichtserkennung erfolgte allerdings nicht an klar erkennbaren Sicherheitskontrollen, sondern wurde verdeckt durchgeführt. Der gleichermaßen raffinierte wie hinterhältige Überwachungs-Trick: Schon auf dem Weg zum Einlass platzierte die Firma kleine Videostände, die Taylor Swift bei den Proben zeigten. Pflichtprogramm für die Fans, die reihenweise an den Bildschirmen kleben blieben - und gleichzeitig für einen unfreiwilligen Schnappschuss posierten.

Jeder, der vorbeikam, blieb stehen und starrte auf [die Bildschirme] - und dann begann die Software zu arbeiten.

Mike Downing, Oak View Group

Die Fotos wurden dann in die Zentrale der Sicherheitsfirma weitergeleitet und dort mit einer Bilddatenbank von Taylor Swifts Stalkern abgeglichen. Ja, so eine Datenbank gibt es: Die arme Frau hat offenbar Hunderte solch aufdringlicher, potenziell gefährlicher "Fans" oder besser Verfolger. Ob die Maßnahme Stalker aufspüren konnte oder wie gegebenenfalls mit ihnen verfahren worden ist, ließ die Sicherheitsfirma allerdings unbeantwortet.

Nachvollziehbar ist es zumindest, dass die Künstlerin diese Menschen im Auge behalten möchte. Trotzdem wirft das Vorgehen juristische Fragen auf: Wem gehören diese Aufnahmen nun? Wie lange dürfen sie gespeichert, ausgewertet, weiterverwendet werden? Und ist das Ganze überhaupt erlaubt? Unklar. Heute mag es noch als Was-war-da-denn-los-Story durchgehen, aber die Implikation für die Zukunft ist deutlich: Gesichtserkennung kommt mit Riesenschritten und bald ist sie wahrscheinlich überall.

Quelle: Rolling Stone

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