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Unfall oder geschickter Marketing-Gag?

Tesla begeht "Robocide" an einem Promobot v4 auf der CES

Geschätzte Lesezeit: ca. 2 Minuten

Foto von Julius Zunker

von Julius Zunker -

Zu behaupten, selbstfahrende Autos würden noch in den Kinderschuhen stecken, wäre sicherlich falsch. Bedenkt man jedoch die noch immer auftretenden Unfälle, lässt sich eine Marktreife von außen betrachtet noch nicht absehen. Am Rande der 'CES 2019' (Consumer Electric Show) kam es zu einem weiteren Unfall. Doch hinter dieser grausamen Tat steckt mehr, als sich auf den ersten Blick vermuten lässt.

Es war der Abend des zweiten Tages der Tech-Messe, als sich 'Model v4' nach einem anstrengenden Tag unter faltbaren Handys, intelligenten Gepäckstücken und vielen Messebesuchern auf den Rückweg zu seinem Stand machte. Für den russischen Roboter aus dem Hause 'Promobot' bedeuten solche Termine immer viel Stress. Gerade wollte er sich am Straßenrand einen Moment erholen, da schlugen das Schicksal und ein eiskalter Mörder gnadenlos zu.. oder etwa doch nicht?

Tesla: Grausamer Robocide in Las Vegas?

Mit geringer Geschwindigkeit schlich ein Tesla auf den braven Roboter zu und mähte ihn einfach nieder. Kein Anzeichen von Reue oder gar des Versuchs in die Eisen zu treten - respektive den Chipsatz für ein Bremsmanöver anzusteuern. Auch nach der grausamen Tat fährt der Tesla einfach weiter. Ein klarer Fall von "Robocide". Zumindest, wenn es nach Promobot geht: Laut Oleg Kivokurtsev, dem Development Director des russischen Unternehmens, hat das Model v4 einen irreparablen Totalschaden erlitten.

Irgendwie komisch, denn selbst bei oberflächlicher Betrachtung des Videos stehen bereits Zweifel an der Echtheit dieses Videos im Raum. Zum einen verdeckt der Tesla die eigentliche Tat gekonnt und der Roboter sinkt irgendwie nicht so zu Boden, wie man es erwartet. Zum anderen ist das Vehikel nicht sonderlich schnell unterwegs. Alles sieht eher danach aus, als hätte der Wagen dem Roboter maximal einen freundschaftlichen Stups im Vorbeifahren gegeben. Der danach am Boden niedergestreckte v4 sieht obendrein nicht sonderlich beschädigt aus.

Guerilla-Marketing auf Kosten eines Roboters?

Promobot ist 2016 damit berühmt geworden, dass ihnen angeblich einer ihrer Roboter entkommen ist, um ein Leben in Freiheit zu führen. Praktischerweise versendete der Flüchtige dabei ständig Nachrichten über seine wahren Motive. Twitter-Userin Olivia Solon hat weitere Fälle von Guerilla-Marketing aus dem Hause Promobot zusammengetragen.

Tesla mag mit seinen autonomen (beziehungsweise semi-autonomen) Fahrsystemen noch nicht absolute Marktreife erreicht haben, Hindernisse werden jedoch eigentlich immer erkannt. Sie werden unter gewissen Umständen manchmal falsch interpretiert. Nach einem wie auch immer gearteten Zusammenstoß hätte sich das Fahrzeug - wenn es sich tatsächlich selbst gesteuert hätte - gar nicht so nah an ein Hindernis herangewagt. In den Augen kritischer Betrachter sieht der Unfall somit eher nach menschlichem Versagen am Steuer oder eben purer, humanoider Absicht aus - ein PR-Stunt eben.

Wir halten es mit den Worten des berühmten X-Faktor Moderators Jonathan Frakes und überlassen es den Zuschauern, die Wahrheit von den kreativen Ergüssen eines engagierten Drehbuchautors zu unterscheiden.

Was denkt ihr? Ist es überhaupt denkbar, dass ein Tesla beim derzeitigen Stand seiner Entwicklung überhaupt noch so einen "Unfall" produzieren könnte?

Quelle: iflscience.com

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1 Kommentar
Carl G.

1) Eindeutiger PR-Hoax des Roboter-Herstellers, um Aufmerksamkeit in den Medien zu ergattern, siehe auch: https://electrek.co/2019/01/08/tesla-crash-robot-pr-stunt-media/ Bitte Artikel löschen oder zumindest anpassen! 2) Man sieht ab Sekunde 5 des verlinkten Videos (nach Passieren des Taxis) das zum Umwerfen des Roboters verwendete Seil! Video-Link: https://youtu.be/0s4nxcleVd0 3) Teslas können derzeit nicht autonom fahren, der Autopilot ist lediglich ein Fahrassistenzsystem (Spurhalteassistent sowie Abstandsregler). Dieser lässt sich aber nur aktivieren wenn Fahrbahnmarkierung vorhanden ist, was hier nicht der Fall ist.