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Startup-Push der Extraklasse

Tesla-Gründer möchte AI mit dem menschlichen Gehirn kontrollieren

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von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Er kann bereits Fluggeräte ins All schicken und wieder punktgenau auf der Erde landen lassen, aber das reicht dem innovativen Unternehmer noch nicht: Mit seinem neuesten Startup 'Neuralink' möchte Elon Musk den Menschen unmittelbar mit intelligenten Maschinen vernetzen - Gehirn-Implantate inklusive.

Gut zu wissen

Die vielzitierte Aussage "wir nutzen nur zehn Prozent unseres Gehirns" stimmt übrigens nicht. Wenn wir Gehirnzellen in großem Stil nicht nutzen würden, käme es zu einem Absterben dieser Bereiche. Wir nutzen lediglich nicht alle Areale konstant gleichzeitig.

Transcendence, Surrogates, Lucy oder der neueste Streifen mit Robert Redford "The Discovery" – die Liste der Science-Fiction Filme, in denen die Ankopplung oder die Symbiose des Menschen mit einer Maschine im Vordergrund steht, ist verdammt lang. Kein Wunder, denn nach wie vor gibt uns das menschliche Gehirn und sein Potenzial noch immer Rätsel auf.

Wenn etwas unmöglich scheint, dann fühlt sich Elon Musk scheinbar besonders davon angezogen: Hyperloop-Hochgeschwindigkeitstransporte, strombetriebene Sportwagen der Luxusklasse oder Flüge ins Weltall zählen zu den Dingen, die der kanadisch-amerikanische Ingenieur wahr werden lässt. Mit Neuralink möchte er im Feld der neuralen Forschung dem Markt mehrere Schritte voraus sein und sogenannte "brain-computer interfaces" (BCI) entwickeln.

Ziel: Das Gehirn hacken

Implantate in unsere geistige Schaltzentrale einzusetzen ist nicht neues - diese Technik wird zum Beispiel bereits genutzt, um Epilepsie, Parkinson und ähnliche Nervenerkrankungen zu behandeln. Die meisten dieser Methoden befinden sich allerdings in einem experimentellen Stadium.

Musk setzt sein exzellentes Netzwerk und seine Reputation ein, um Neuralink finanziell sowie personell zu pushen. Im Vergleich zu traditionellen Forschungsorganisationen kann der Tesla-Gründer also wesentlich agiler handeln und die Entwicklung beschleunigen. Dabei geht es zunächst um die Ermittlung des Ist-Zustands: Was denken wir? Wie denken wir? Wann versagen die kognitiven Fähigkeiten und warum? Die direkte Vernetzung mit künstlichen Intelligenzen besteht insofern, als dass die implantierten Devices AI-programmiert sein sollen.

Bisher sind wir mit der digital über unsere Computer, über Apps und Smartphones verbunden. In der Regel funktioniert diese Verbindung, sofern die Internetgeschwindigkeit beziehungsweise Netzabdeckung stimmt. Ein Gehirnimplantat könnte diese Geräte überflüssig machen, wenn wir in die Lage versetzt werden, mit unseren Gedanken die gewünschten Informationen anzusteuern.

Angst vor der AI-Apokalypse

Quer durch die internationale Berichterstattung heißt es, dass Musk mit Neuralink eine drohende Übermacht Künstlicher Intelligenzen über die Menschheit aufhalten möchte: "Elon Musk Invests In Defense Against The Robot Apocalypse" (Geek), "How Elon Musk’s companies would ensure human survival after a global cataclysm" (The Sociable) etc. Gegenüber Vanity Fair sagte Musk: "Mit Künstlicher Intelligenz rufen wir Dämonen herbei. Ihr kennt diese Geschichten mit einem Typen, dem Pentagramm und Weihwasser, der glaubt, den Dämon kontrollieren zu können? Funktioniert nicht."

Als Konsequenz dieser Annahme ergibt sich, dass der Mensch immer der "Chef" des erschaffenen Systems bleiben sollte. Mit Neuralink sollen künstliche Intelligenzen also durch unsere Gedanken limitiert werden. Über das "direct cortial interface" des Startups soll es eines Tages möglich werden, Gedanken aus dem Gehirn herunterzuladen oder neue Infos "aufzuspielen".

Solche futuristischen Visionen verfolgt Elon Musk nicht als einziger. Auch Brian Johnson, der unter anderem durch den Verkauf eines Startup-Projekts an PayPal stolzer Besitzer von 800 Millionen US-Dollar wurde, strickt an "Kernel". Dieses frisch aus dem Boden gestampfte Startup, welches Johnson selbst mit 100 Millionen US-Dollar voran bringt, entwickelt ebenfalls "neural tools", die zukünftig in der Lage sein sollen, das Gehirn auszulesen.

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