Der nächste Meilenstein

Universalübersetzer im Anmarsch: KI bringt sich sämtliche Sprachen der Welt bei

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von Benjamin Krämer -

Ein Universalübersetzer, der jegliche Sprachbarriere einreißt. Erst kürzlich war dieser Zukunftstraum wieder bei 'Star Trek Discovery' zu bewundern, wo Michael dank ihres Handterminals fließend Klingonisch sprechen kann. Dieser Traum wird jetzt langsam Wirklichkeit: Zwei Universitäten haben sie entwickelt, die erste KI, die sich sämtliche Sprachen der Welt beibringen kann - ohne menschliche Hilfe!

Es gibt 6.909 lebendige Sprachen auf der Welt, also solche, die auch wirklich noch aktiv gesprochen werden. Eine stolze Zahl, die kein Mensch der Welt jemals bewältigen könnte. Selbst Google Translate, das bislang als State of the Art galt, ist auf einige Dutzend Sprachen limitiert. Grund dafür ist die Tatsache, dass Googles KI zum "Lernen" einer Sprache sowohl eine Referenzsprache (Englisch) als auch die neue Sprache benötigt - und zwar in Form übersetzter Dokumente. Ein neuer Algorithmus, der von der spanischen Universidad del País Vasco und der amerikanischen Carnegie Mellon University entwickelt wurde, geht jetzt noch einen Schritt weiter - den letzten?

Eine KI sie alle zu sprechen...

Die KI bringt sich selbst 6909 Sprachen bei - ohne menschliche Hilfe oder Referenzpunkte

Die neue KI geht einen komplett anderen Weg als Googles Vorzeigecode: Sie greift nicht auf von Menschen übersetzte Texte zurück und braucht auch nicht angeleitet und korrigiert werden. Stattdessen nutzt sie Machine Learning, um zufällige Texte jeder Sprache zu analysieren und mit anderssprachigen Texten zu vergleichen. Dabei erstellt sie eigenhändig Wörterbücher und Übersetzungsregeln. Im nächsten Schritt scannt sie die Satzstruktur und bewertet ihre ursprünglichen Übersetzungsversuche durch ständiges Hin- und Herübersetzen, bis sie den Bogen raus hat. Wie unglaublich dieser Erfolg ist, macht folgendes Beispiel deutlich: Der Vorgang ist so, als gäbe man einem Amerikaner einen Haufen arabischer Bücher und einen Haufen japanischer. Die Bücher sind zufällig ausgewählt und haben keine Überschneidungen. Nun soll der Amerikaner sich anhand dieser Werke beide Sprachen beibringen, bis er flüssig sprechen kann. Hilfe von anderen bekommt er nicht. Klingt unmöglich? Genau das hat die KI jetzt geschafft.

Einziger Wermutstropfen bleibt allerdings, dass die einzelnen Ergebnisse noch nicht so flüssig und schlüssig sind, wie Google Translate. Allerdings hat sie schon jetzt etwas Unglaubliches geschafft und den Weg geebnet zu einem Universalübersetzer. Der erste Schritt ist getan und der Rest ist nur eine Frage der Distanz und die ist im Zeitalter des Machine Learnings sehr, sehr kurz!

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