Virtual Reality

Valve CEO Gabe Newell zweifelt an VR: Zu teuer, zu wenig Content

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von Michael Springer -

Eigentlich sollte Gabe Newell Virtual Reality loben und preisen, schließlich mischt der Boss von Valve mit dem VR-Headset VIVE an der Spitze des Geschäfts mit. Stattdessen hat er die verschiedenen Probleme der Technik nun überraschend deutlich benannt. Vom großen Durchbruch sei VR jedenfalls weit entfernt.

Präsentationen von Facebook oder Microsoft erwecken den Eindruck, Virtual Reality fände sehr bald den Weg in jeden Haushalt, es stünde praktisch vor der Tür. Gabe Newell – Gaming-Legende, Chef von Valve und damit direkt beteiligt am VR-Headset VIVE – schätzt die Situation etwas anders ein. Bei einem Treffen mit Fachjournalisten hat er sich kürzlich ausführlich zu diesem Thema geäußert. Ganz offen gab er zu: Er habe sich sogar mit der Vorstellung angefreundet, dass VR ein kompletter Fehlschlag ("complete failure") werden könnte.

Virtual Reality bleibt vorerst ein Nischenprodukt

Die Virtual Reality Brille Vive

Das teuerste VR-Headset auf dem Markt: Das VIVE für 899 €.  

Quelle:  Vive Press Kit 

Die Virtual Reality Brille Vive

Das teuerste VR-Headset auf dem Markt: Das VIVE für 899 €.  

Quelle:  Vive Press Kit 

Um Missverständnissen vorzubeugen: Newell ist ein großer VR-Fan. Das Potenzial der Technik sei groß, sie ermögliche einzigartige Gaming-Erfahrungen. Noch sieht der Valve-Boss allerdings grundlegende Schwierigkeiten, die einen Durchbruch auf dem Massenmarkt verhindern. Ein Problem seien die hohen Kosten: Nicht nur die VR-Headsets selbst, sondern auch die erforderlichen, leistungsstarken Hardware-Komponenten seien für den durchschnittlichen Verbraucher zu teuer.

Auch mit den technischen Kapazitäten der VR-Geräte ist er noch nicht zufrieden. Obwohl das VIVE das teuerste VR-Device auf dem Markt sei (899 €), erlaube es höchstens eine annähernd zufriedenstellende VR-Erfahrung ("It's barely capable of doing a marginally adequate job of delivering a VR experience"). Vor allem mangele es aber an mitreißendem, einzigartigem Content. Solange sich daran nichts ändere, bleibe VR ein Nischenprodukt ("I can't point to a single piece of content that would cause millions of people to justify changing their home computing").

Insgesamt wachse der VR-Markt zwar stetig, die Umsätze seien aber im Vergleich verschwindend gering und die Entwicklungskosten hoch. Sein Fazit: VR sei zwar cool und neu, noch aber zu teuer und zu wenig ausgereift.

Was haltet ihr vom Virtual-Reality-Trend? Wird sich die Technik letztlich durchsetzen oder könnte sie so krachend scheitern wie 3D-Fernseher?

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