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Auch ohne GPS

Verschollen im Wald? Neue Drohne könnte Suchteams überflüssig machen

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Wer sich hoffnungslos im Wald verfranst, wird vielleicht schon bald von einem fliegenden Roboter gerettet: Drohnen, die sich wie selbstfahrende Autos unterhalb dichter Baumkronen orientieren, könnten menschliche Suchteams in naher Zukunft überflüssig machen.

Drohnen mit intelligenter Software sind ihren Erschaffern, uns Menschen, schon in vielen Lebensbereichen eine enorme Hilfe. In für uns unwegsamem Terrain können sie sogar zu echten Lebensrettern werden. Und oftmals sind sie dabei schon effizienter als ihre Berufskollegen aus Fleisch und Blut. Wenn sie Menschen aus Seenot retten zum Beispiel. Ein gravierender Nachteil der fliegenden Roboter aber ist bislang, dass sie auf ein GPS-Signal angewiesen sind, um sich überhaupt orientieren zu können. Das bedeutet: Wo kein GPS Signal ist, sind die Drohnen völlig nutzlos. Genau dieses Problem könnte aber bald der Vergangenheit angehören - was ziemlich gute Nachrichten für Wanderer sind, die sich hoffnungslos im Wald verfranst haben.

Drohnen könnten Vermisste deutlich schneller finden - ohne GPS

Denn das MIT tüftelt gerade an einer Technologie für Drohnen, die statt auf GPS auf 'LiDAR setzt' - eine Laser-Technologie, die auch in selbstfahrenden Autos verwendet wird. Statt sich also auf Kartenmaterial zu verlassen, das ihnen von GPS-Satelliten zur Verfügung gestellt wird, malen sie sich ihre Karten sozusagen einfach selbst. Dadurch sind sie in der Lage, sich auch unterhalb dichter Baumkronen zurechtzufinden - mit der bisher verwendeten Technologie war das noch unmöglich.

Die Entwickler hoffen, Suchaktionen für in Wäldern Verschollene somit deutlich zu beschleunigen. Idealerweise muss ein Suchtrupp erst dann ausrücken, wenn die vermissten Personen durch die Drohnen bereits aufgespürt wurden. "Im Grunde ersetzen wir Menschen mit einer Drohnenflotte, um das 'Suchen' einer 'Suchen-und-retten'-Mission effizienter zu gestalten", kommentiert der an dem Projekt beteiligte Yulun Tian.

Lebensretter-Drohne: Erste Tests erfolgreich

Die bisherigen Fortschritte klingen durchaus vielversprechend: Sowohl in echten als auch in simulierten Feldversuchen konnten mehrere Drohnen 20 Quadratmeter Waldfläche mit der Lasertechnologie in wenigen Minuten selbstständig kartografieren und ihre Kartenschnipsel im Nachhinein sinnvoll zusammenfügen. In Zukunft, so die Forscher, soll das in Echtzeit noch während des Fluges geschehen. Von einer Personenerkennung ist in der Meldung vom MIT zwar noch nicht die Rede, das sollte sich aber relativ problemlos umsetzen lassen. Präsentieren wollen die Wissenschaftler ihr ehrgeiziges Projekt noch diese Woche auf dem 'International Symposium on Experimental Robotics' in Buenos Aires.

Quelle: MIT News

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