Internet of Brains

Was geht im Gehirn vor sich? Brainternet überträgt Hirnströme ins Internet

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Foto von Sandra Spönemann

von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

In Science-Fiction-Filmen haben wir es schon zig Mal gesehen - jetzt scheint sich der wissenschaftliche Traum eines vernetzten menschlichen Gehirns endgültig zu erfüllen. Neben Elon Musks mysteriösem Neuralink-Projekt arbeiten auch Forscher in Johannesburg an der Entschlüsselung von Hirnaktivitäten. Das Beste daran: Wir dürfen zuschauen.

Werden wir zukünftig in der Lage sein, Apps auf Computern und Smartphones mit unserem Gehirn zu steuern? Können wir unsere kleinen grauen Zellen bald mit Künstlicher Intelligenz verknüpfen und selbst zum Supercomputer mutieren? Es klingt zunächst etwas abgedreht, aber die Grundlagenforschung für derlei Technologien läuft auf Hochtouren. Forschern der University of Witwatersrand in Johannesburg ist es nun mithilfe eines Rasperry Pi gelungen, Gehirnwellen per Livestream ins Internet zu übertragen. Wie das ungefähr aussieht, könnt ihr euch unten im Video anschauen.

Gehirnareale und Funktionen

Gehirnareale und -zentren in der Übersicht. Der viel zitierte Satz "wir benutzen nur zehn Prozent unseres Gehirns" entspricht übrigens nicht den Fakten. Tatsächlich benutzen wir unser ganzes Gehirn, nur nicht alle Bereiche stetig mit dergleichen Intensität.  

Quelle:  Kognitiv.at 

Gehirnareale und Funktionen

Gehirnareale und -zentren in der Übersicht. Der viel zitierte Satz "wir benutzen nur zehn Prozent unseres Gehirns" entspricht übrigens nicht den Fakten. Tatsächlich benutzen wir unser ganzes Gehirn, nur nicht alle Bereiche stetig mit dergleichen Intensität.  

Quelle:  Kognitiv.at 

Der Initiator des 'Brainternet'-Projekts, Adam Pantanowitz, erklärt die Motivation hinter diesem Vorhaben: "Es fehlen einfach verständliche Daten darüber, wie das menschliche Gehirn funktioniert und Informationen verarbeitet." Durch die Visualisierung der Hirnströme erhoffen sich die biomedizinischen Ingenieure die Gewinnung neuer Erkenntnisse über die Funktionsweise unserer Denkzentrale. Brainternet "verwandelt das Gehirn in ein Internet of Things Knoten des World Wide Web", heißt es auf der Webseite der Universität.

Hardware: EEG-Gerät und Rasperry Pi

Wer von euch schon einmal beim Neurologen war, kennt das EEG, eine Untersuchungsmethode für die medizinische Diagnostik, bereits. Auf diese bewährte Technik zur Messung der elektrischen Ströme im Gehirn wird übrigens schon seit 1924 zurückgegriffen, um einen "Blick" auf die menschliche "CPU" zu werfen. Die Testperson trägt ein mobiles Emotiv-EEG, das die aufgezeichneten Signale an einen Rasperry Pi überträgt. Für diesen kleinen Computer, gerade mal so groß wie eine Bankkarte, haben die Forscher eigens eine Anwendung inklusive Interface programmiert, welche die Signale in Echtzeit ins Internet überträgt und die Daten auf einer Webseite visualisiert. Ziel des Ganzen ist es, laut Pantanowitz, Daten zu sammeln, um Machine-Learning-Algorithmen zu verbessern. Auf diese Weise könnten uns Künstliche Intelligenzen wesentlich ähnlicher werden, als dies zurzeit noch der Fall ist. Aber der innovative Forscher geht noch einen Schritt weiter und strebt die Interaktion zwischen Gehirn und Internet an. Er möchte nicht nur Signale auslesen, sondern auch Informationen über das Internet unmittelbar ans Gehirn zurücksenden.

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