digitale Themen, leicht verständlich.

Starship startet in England

Wenn der Roboter 2 Mal klingelt: Startschuss für den ersten Robo-Lieferjungen

Geschätzte Lesezeit: ca. 3 Minuten

Foto von Sebastian Hardt

von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Per App das Mittagessen bestellen? kennt man. Das Essen von einem Roboter geliefert bekommen? Kennt man eher nicht. Starship, die gerade eine ganze Flotte intelligenter Robo-Lieferjungen auf die englische Stadt Milton Keynes losgelassen haben, wollen aber genau das salonfähig machen.

Jetzt nehmen uns diese Roboter schon die Arbeit weg! Als besonders polemischer Zeitgenosse könnte man ja durchaus entrüstet auf die sich gerade in diesem Jahr häufenden Nachrichten reagieren, in denen immer öfter von mechanischen Helfern im Alltag die Rede ist. Sei es das vollautomatische Burger-Restaurant, der Obdachlose verscheuchende Robo-Wachmann oder eben Google Duplex, das uns vielleicht bald schon die überaus begehrten Call-Center-Jobs streitig macht. Ob wir wollen oder nicht: Künstliche Intelligenzen und Roboter werden künftig zur festen Größe auf dem Arbeitsmarkt. Neuester Beweis: der mechanische Lieferjunge der Firma 'Starship'.

Hat der Lieferjunge der Zukunft sechs Räder und einen roten Wimpel?  

Quelle:  Starship 

Hat der Lieferjunge der Zukunft sechs Räder und einen roten Wimpel?  

Quelle:  Starship 

Starship: Roboter liefern in maximal 30 Minuten

Okay: Klingeln können sie nicht, aber ansonsten schon recht viel, was man von menschlichen Lieferjungen erwarten würde. Die kürzlich auf die Bevölkerung des englischen Milton Keynes losgelassenen Roboter sollen Ansässige ab sofort mit Lieferungen versorgen - darunter Pakete aller Art und sogar Mahlzeiten teilnehmender Restaurants.

Die etwa kniehohen Lieferbots rollen auf ihren sechs Rädern laut Hersteller völlig autonom durch den Straßenverkehr und an Hindernissen vorbei - inklusive einem roten Wimpel, der auf ihren Dächern umherwackelt, damit sie im wuseligen Stadtleben nicht übersehen werden. Nach "5 bis 30 Minuten" soll die Lieferung am Wunsch-Zielort eintreffen, heißt es in einer Meldung des Unternehmens. Auf der gesamten Strecke können die fahrenden Robo-Boten zudem per GPS vom Empfänger überwacht werden.

Damit das klappt, braucht jeder Kunde eine App, über die ebenfalls die Bestellung getätigt wird. Die gibt es inzwischen für Android- und iOS-Geräte und kostet laut 'Technology Review' im Monat 7, 99 Dollar, sofern man unbegrenzt Lieferungen in Anspruch nehmen möchte. Auch geöffnet werden die Roboter erst mit mithilfe der App, damit unterwegs nichts abhanden kommt.

Jetzt sind Lieferdrohnen ja nicht unbedingt das Allerneueste. Auch nicht solche von Starship: Hermes hatte mit den Robotern bereits in Hamburg herumexperimentiert. Auch Pizza wird dort zum Teil schon mithilfe eines Robo-Boten ausgeliefert. Am Straßenverkehr teilnehmende Paketroboter, die Fracht autonom und quasi auf Befehl des Bestellers ausliefern, gibt es in dieser Form aber tatsächlich noch nicht.

Über Stolpersteine in die Bay Area

Wenn in Milton Keynes alles glatt läuft, will Starship nach eigenen Aussagen die Bay Area in San Francisco in Angriff nehmen. Ob wirklich alles glatt läuft, dürfte allerdings spannend zu beobachten sein. Auf die Schnelle fallen uns nämlich einige sicherlich schwierig zu beantwortende Fragen ein - die meisten davon stellen sich irgendwo in der Schnittmenge von Vandalismus und technischem Versagen.

Um einen derart kompakten Lieferroboter auf die Seite zu legen braucht es schließlich nicht viel Muskelkraft. Witzbolde mit Flausen im Kopf gibt es bekanntlich überall. Und wenn dann eine Lieferung nicht ankommt - wer steht dann dafür gerade? Die Lieferfirma? Oder hat der Kunde Pech gehabt? Damit das Konzept aufgeht, müssten solche Stolpersteine jedenfalls ausgeräumt werden - auch wenn sie nur in den Köpfen der Konsumenten existieren, denn die sollen immerhin monatlich für den Service zahlen.

Quelle: Starship via Technology Review

Hier erfährst du mehr über: Künstliche Intelligenz

Sag uns deine Meinung!