Kein Allmacht für KI

Wie einst Asimov: Google schafft 7 Regeln für KI

Geschätzte Lesezeit: ca. 2 Minuten

Foto von Sebastian Hardt

von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Nachdem Google in letzter Zeit eher für kritische Schlagzeilen gesorgt hat, tritt jetzt CEO Sundar Pichai höchstpersönlich an die Öffentlichkeit und gelobt, nur das beste für die Menschheit im Sinn zu haben. Sieben Gesetze hat er sich und seinen Entwicklern auferlegt, die fortan für sämtliche KI-Projekte gelten sollen.

Die Neuigkeiten aus dem Hause Google haben zuletzt eher ambivalente Gefühle und Reaktionen hervorgerufen. Einerseits staunen viele (auch wir) über beeindruckende Entwicklungen wie Duplex oder das neuerdings als eigenständige App veröffentlichte Google Lens. Anderseits gerät der Konzern zuletzt vermehrt in die Kritik, unter anderem wegen der drastischen Kürzung des berühmten Mottos "Don’t be Evil" in den Unternehmensleitsätzen. Auch wegen des mittlerweile gekippten KI-Projekts für das US-Militär 'Project Maven' hat Google jüngst für wenig positive Schlagzeilen gesorgt.

Die 7 Google-Gebote: KIs müssen lieb sein

Dem Suchmaschinen-Riesen ist dadurch ein nicht unerheblicher Image-Schaden entstanden - weshalb sich Konzernchef Sundar Pichai jetzt persönlich zu Wort meldet. In einem Blog-Eintrag schreibt er, dass sich Googles KI-Entwickler künftig an sieben Regeln orientieren müssen. Und wir können uns nicht helfen: Irgendwie lesen sich die neuen Grundsätze wie eine Erweiterung der berühmten Robotergesetze, die der Schriftsteller Isaac Asimov vor gut einem halben Jahrhundert ausformuliert hat. In locker übersetzter Form lauten Googles neue sieben Gebote für KI-Entwickler wie folgt:

1. Erschafft Vorteile in der Gesellschaft

2. Vermeidet es, unfaire Vorurteile zu erschaffen oder zu verstärken

3. Entwickelt sichere KI und testet sie stets auf Sicherheit

4. Übernehmt Verantwortung und wälzt sie nicht auf die KI ab

5. Behaltet unsere Datenschutzrichtlinien bei der Entwicklung stets im Hinterkopf

6. Haltet die höchsten wissenschaftlichen Standards ein

7. Wählt genau aus, wofür die KI eingesetzt werden soll

Sundar Pichai: Kein Gebrauch von Google-Technologie in Waffen

Pichai wird außerdem recht konkret, wenn er ausführt, was KIs seiner Meinung nach nicht dürfen. Besonders beruhigend: Sie dürfen niemandem Schaden zufügen. Schönes Motto, hätte man so stehen lassen können. Daher ist es umso bedauerlicher, dass dieses unmissverständliche Gesetz im nächsten Satz schon wieder relativiert wird. Bei der Entwicklung einer neuen Technologie werde Google "nur weitermachen, wenn die Vorteile die Risiken substanziell überwiegen", schreibt er. Schade.

Immerhin schließt er im Folgenden den Gebrauch von Google-Technologien in Waffen oder in international geächteten Überwachungstechnologien aus sowie in solchen, die gegen geltendes Recht verstoßen. Wer sich den ausführlichen Beitrag des Google CEO in voller länge und in englischer Sprache zu Gemüte führen möchte, tut dies unter folgendem Link zu 'The Keyword.'

Hier erfährst du mehr über: Google und Künstliche Intelligenz

Sag uns deine Meinung!