Zukunftstechnologien

Wie im Film: Smart Mirror zum Selbstbauen

Foto von Sandra Spönemann

von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

"My bathroom mirror is smarter than yours", meint Max Braun, Software-Entwickler bei Google. Mit etwas handwerklichem Geschick und IT-Kompetenz holt er sich das Future-Feeling nach Hause und transformierte einen Spiegel zum Info-Display um. Eine Bastelanleitung inklusive Open-Source-Code stellt Braun kostenfrei zur Verfügung.

Die Grundidee und die Technologie hinter diesem Projekt sind bei Weitem nicht neu, aber man kann smarte Spiegel mit Android-System eben auch nicht einfach so im Laden kaufen. Max Braun, der in Deutschland Informatik studiert hat, begeistert die Internet-Community mit seinem Smart Mirror: "That thing´s awesome", "It´s so beautiful", "Great idea" – so lauten die Kommentare zu der Android-Erfindung auf dem Blog des Entwicklers.

Smart Mirror Bauanleitung

Ein Blick hinter den Spiegel: So ist Brauns Smart Mirror aufgebaut.  

Quelle: (Max Braun) 

Smart Mirror Bauanleitung

Ein Blick hinter den Spiegel: So ist Brauns Smart Mirror aufgebaut.  

Quelle: (Max Braun) 

Zum Nachbau der genialen Idee benötigt man unter anderem einen Zwei-Wege-Spiegel, ein Display-Panel, eine Steuereinheit und den Fire TV Stick von Amazon – wobei auch Chromecast und der Nexus Player getestet werden. Die Benutzeroberfläche ist nicht interaktiv, es gibt keine Touch-Funktion – das hält den Spiegel immerhin sauber. Für den Code nutzt Braun einfache Android APIs wie beispielsweise TextClock - Forecast zur Anzeige von Wetterdaten und Associated Press für aktuelle Nachrichten.

Smart Mirror

Erste Infos gibt es bereits morgens beim Zähneputzen.  

Quelle: (Max Braun) 

Smart Mirror

Erste Infos gibt es bereits morgens beim Zähneputzen.  

Quelle: (Max Braun) 

Updates sollen sich automatisch installieren, damit Interaktionen überflüssig bleiben. Zudem könnten eingebaute Lautsprecher die Internet-Recherche per Sprachbefehl ermöglichen. Weitere Ergänzungen, mit denen Braun aktuell experimentiert, sind die Integration von Verkehrsinformationen, ein Erinnerungs-Feature und "so ziemlich alles, das eine Google Now Card beinhaltet". Via GitHub kann sich jeder, der nun Lust auf ein futuristisches Badezimmer bekommen hat, den Code herunterladen.

Smarte Spiegel stecken noch in der Projektphase fest

Bereits vor vier Jahren forschte das Massachusetts Institute of Technology (kurz: MIT) daran, Wandspiegel mit integriertem Computer weltweit zu verbreiten. Allerdings nicht um den Unterhaltungsfaktor beim morgendlichen Zähneputzen zu erhöhen, sondern um medizinische Daten und Körperwerte wie den Pulsschlag anzuzeigen, indem eine Kamera kleinste Farbveränderungen des Gesichts und damit die Durchblutung misst.

Für die Umsetzung des Projektes arbeitete das MIT mit dem japanischen Startup Seraku zusammen. Wie man der Webseite auf den ersten Blick entnehmen kann, hat es das "Smart Washbasin"-Projekt nicht zur Serienreife gebracht. Der aktuelle Forschungsstand des MIT ist nicht bekannt. Nach wie vor muss also selbst gebastelt werden.

Neben Braun kamen bereits andere Tech-Bastler auf den Gedanken, einen Smart Mirror selbst herzustellen. So auch Evan Cohen, der für seinen Spiegel aus der Zukunft einen Rasperry Pi und einen alten TFT-Monitor verwendete. Sein Code ist ebenfalls auf GitHub zu finden. Cohen hat Smart Home Features über die Anzeige von Informationen hinaus integriert und kann so beim Sprechen mit dem Spiegelbild sogar das Licht im Raum steuern. Im nachfolgenden YouTube-Video führt Cohen seine Erfindung vor.

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