Spielt euch schlau

Wir haben es immer gewusst: Zocken hält die grauen Zellen fit

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von Michael Springer -

Endlich mal eine Studie, die den Zockern auf die Schulter klopft. Wie eine kanadische Untersuchung zeigt, wirken sich Videospiele positiv auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns aus. Es kommt noch besser: Sie könnten uns sogar vor Alzheimer bewahren.

Zocker sind die ewigen Debatten leid: Videospiele machen dumm, Videospiele machen aggressiv, Videospiele machen einsam. Alles Quatsch, der sich aber hartnäckig in den Köpfen hält und leider immer wieder zu hören ist (auch wenn die Tendenz mittlerweile nach unten zeigt). Eine Studie der kanadischen Universität von Montreal hat den Spieß nun umgedreht. Ihr Fazit ist eindeutig: Mit Videospielen lassen sich bestimmte Hirnareale gezielt trainieren und fit halten. Während vorangegangene Untersuchungen sich vor allem auf Teenager und junge Menschen in den Zwanzigern konzentrierten, wurde der Effekt jetzt auch bei 55- bis 75-Jährigen festgestellt.

Super Mario 64 ist gut, Piano spielen schlecht

Die Testpersonen wurden dazu zum erstmals in ihrem Leben mit Super Mario 64 konfrontiert, während die eine Kontrollgruppe Piano spielen lernen musste und die andere einfach gar nichts tat. In den gleichen Zeitabständen untersuchten die Wissenschaftler dann die Gehirne der Probanden. Allein bei den Videospielern konnte am Ende eine höhere Menge an 'Grauer Substanz' (heißt wirklich so) festgestellt werden, die für das Erinnerungsvermögen eine zentrale Rolle spielt. Auch ihr Kurzzeitgedächtnis hatte sich verbessert. Bei den Piano-Lernern oder den Faulenzern ließ sich ein solcher Effekt nicht ausmachen.

Mehr 'Graue Substanz': Probanden, die regelmäßig Super Mario 64 spielten, zeigten ein besseres Erinnerungsvermögen

Ob jedes Videospiel sich so positiv auf die Hirnkapazität auswirkt, ist allerdings unklar. Die Forscher vermuten, dass sich Super Mario 64 deshalb gut eignen könnte, weil es konstant räumliche Orientierung erfordert. Nur wer in seinem Kopf eine "Erinnerungs-Karte" des Levels anlegt, kann erfolgreich durch die Spielwelt manövrieren und immer mehr Sterne sammeln. Bei Pokémon Go sähe das Ergebnis vermutlich schon etwas anders aus – das Spiel versetzt die grauen Zellen nicht wirklich in Aufruhr.

Dass sich die 'Graue Substanz' im Hirn zurückbildet, ist im menschlichen Alterungsprozess jedenfalls normal. Mit einer gezielten Videospiel-Therapie könnte man in Zukunft vielleicht gegen das schwindende Erinnerungsvermögen im Alter vorgehen, so die Forscher – mit regelmäßigen Dosen Super Mario 64. Allerdings sollte man die Studie nicht überbewerten: Zwar ließen sich die gesteigerten Werte eindeutig feststellen, doch insgesamt nahmen nur 33 Menschen an dem Versuch teil. Für eine sichere Erkenntnis zu wenige.

Zum Zocken ist man nie zu alt

So oder so: Zum Zocken ist man nie zu alt. Zocker laufen beim Spielen regelmäßig zu mentaler Höchstform auf. Gerade kompetitive Spiele wie 'Counter Strike', 'League of Legends', 'Starcraft' oder selbst 'FIFA' verlangen Kreativität und höchste Konzentration- und Reaktionsfähigkeit. Spielt man im Team, erhöhen sich Taktik- und Kommunikationsanforderungen noch weiter. Sich in diesen Spielen gegen die Konkurrenz zu behaupten, ist eine Herausforderung – unser Hirn kommt auf Touren. Und das ist in jedem Fall besser, als beim Fernsehen vor sich hinzudämmern.

Super Mario 64 begeistert übrigens noch heute – auch wenn es nicht wie hier zum Weltrekord reicht:

Quelle: Invers

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