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EU Kommissar ist sich sicher

Zu viel Schwarzmalerei in den Medien: Der KI gehört laut EU die Zukunft

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von Benjamin Krämer -

Neun von zehn Nachrichten zum Thema KI sind negativ und zeichnen eine schwarze Zukunft. Der europäische Kommissar für Forschung und Innovation nennt diesen Trend jetzt "erschreckend pessimistisch" und widerspricht damit den anhaltenden Warnung von Tech-Größen wie Elon Musk, Stephen Hawking oder Bill Gates. Hat er recht?

Kein Interview vergeht, ohne dass Zukunfts-Heiland Elon Musk vor den Gefahren superintelligenter KIs warnt. Er prophezeit die Möglichkeit eines dritten Weltkriegs um die Hoheit in der KI-Technologie, soziale Unruhen durch den massiven Wegfall von Arbeitsplätzen und eine Entwicklung, die uns aufgrund ihrer Komplexität entgleitet. Carlos Moedas, EU Kommissar für Forschung und Innovation und selbst erklärter Techno-Optimist, sieht das anders: Seiner Meinung nach handelt es sich bei der öffentlichen Wahrnehmung des Themas nicht um Negativität, sondern regelrechte "Panik", die von den Medien forciert wird.

Was stimmt die EU an KI-Entwicklung so positiv?

Mann im schwarzen Anzug mit weißem Hemd

Zu den lautesten KI-Warnern gehört Elon Musk.  

Quelle: (Phil Stafford)  Shutterstock.com 

Mann im schwarzen Anzug mit weißem Hemd

Zu den lautesten KI-Warnern gehört Elon Musk.  

Quelle: (Phil Stafford)  Shutterstock.com 

Als ein Beispiel für diese "Fake-News" nennt Moedas die kürzlich aufgetauchte Story der beiden Facebook-Bots, die sich eine Geheimsprache aneigneten und abgeschaltet werden mussten. Was laut seiner Aussage von einigen Zeitungen als Anlass genommen worden sei, das nahende "Ende der Welt" zu beschwören, sei in Wahrheit gar keine so große Sache gewesen. Tatsächlich bekräftigte Facebook, dass die Bots nicht etwa abgeschaltet wurden, weil sie nach eigener Auffassung gefährliche Tendenzen zeigten, sondern weil sie ihre Funktion nicht erfüllten - ein ganz normaler Vorgang in der KI-Forschung.

Es geht um EU vs. Fake-News

Der Bezug Moedas auf das Facebook-Beispiel ist nicht ohne Grund gewählt. Er ist einer der Unterstützer einer neuen EU-Kampagne gegen Fake-News, die Social Media Unternehmen wie eben Facebook stärker in die Pflicht nehmen soll, gegen Falschmeldungen in ihrem Netzwerk vorzugehen. Erst kürzlich hatte der Bundestag ein Gesetz erlassen, dass Zuckerbergs Firmenimperium deutlich mehr gegen Hasskommentare und Fake-News tun muss. Falls entsprechende Beiträge nicht innerhalb von 24 Stunden gelöscht werden, darf die Regierung ab sofort Bußgelder in Höhe von 50 Millionen Euro verhängen.

Es scheint also wahrscheinlich, dass Moedas eher auf der Ebene dieses Themas argumentiert, als auf tatsächlichem Fachwissen. Auf diesem Terrain dürften Mahner wie Musk, Hawking oder Gates nämlich deutlich mehr Erfahrung haben, immerhin sind sie Naturwissenschaftler und keine Politiker.

Es gibt aber auch Politiker, die die Warnungen der Experten durchaus ernst nehmen. Zu ihnen gehört seid heute auch Hillary Clinton, die in einem Interview darauf hinwies, dass Politik und Gesellschaft nicht auf die nahende KI-Revolution vorbereitet seien. Diese Gefahr dürfte auch Moedas bewusst sein, allerdings hat er als Forschungs- und Innovationskommissar auch ein Interesse daran, KI-Forschung nicht schlecht zu reden, denn erst kürzlich sackte die EU im internationalen Innovationsvergleich bei der KI-Forschung von 12 auf 7 Prozent ab.

Quelle: sciencebusiness.net

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